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LEID IN FRIEDEN VERWANDELN

Das enorme Maß an Leid und Schmerz, die durch die Unbe­wusst­heit der Mensch­heit auf Mut­ter Erde und im per­sön­li­chen Erle­ben her­vor­ge­ru­fen wer­den, haben aller­dings ein gro­ßes Poten­zial, den Men­schen zu erwe­cken. Das Leid kann zu Dei­nem Lehr­meis­ter und Erlö­ser wer­den, sobald Du Dich dafür öffnest, anstatt es zu verdrängen!

Der im vor­an­ge­gan­gen Kapi­tel ange­schnit­tene Ent­wick­lungs­pro­zess des Egos kann durch nichts auf­ge­hal­ten wer­den. Es wäre ein sinn­lo­ses Unter­fan­gen, einem klei­nen Kind zu erklä­ren, es wäre in Wahr­heit nicht der „kleine Seppi“, son­dern das uni­ver­selle Raum­be­wusst­sein. Als ein Eltern­teil kann man den­noch dem Kind eine gute Por­tion Raum­be­wusst­sein mit­ge­ben, indem man Letz­te­res zunächst mal in sich selbst realisiert.

Doch auch ein Kind bewuss­ter Eltern kommt nicht drum herum, das unna­tür­li­che Ego­sta­dium bis zu einem gewis­sen Grad zu durch­le­ben und „erlei­den“ zu ler­nen. Denn wir leben immer noch in einer pola­ren Welt, in der Nega­ti­vi­tät und Posi­ti­vi­tät, oder eben Unbe­wusst­heit und Bewusst­heit sich ein­an­der bedin­gen, auch wenn sich dies im Laufe der Evo­lu­tion hin zu einem MONOPOLAREN BEWUSSTSEIN noch ändern wird.

Im Bud­dhis­mus exis­tiert der Spruch: „Wo keine Unbe­wusst­heit, da auch keine Erleuch­tung!“ Diese Kon­di­tio­nal­be­din­gung lässt sich ebenso auf Leid und Glück über­tra­gen. So geht es dem­nach gar nicht darum, aus­schließ­lich ein Leben der Lust und des Glücks zu füh­ren. Wenn es kei­nen Kon­trast in Form von Schmerz und Leid dazu­gäbe, wäre das Posi­tive in unse­rem Leben schnell blass und sinnentleert!

Nun fragt sich viel­leicht der eine oder die andere, „warum sollte ich dann nach Erleuch­tung stre­ben?“ „Erleuch­tet zu sein“ bedeu­tet nicht, das Du keine Her­aus­for­de­run­gen mehr im Leben zu bewäl­ti­gen, keine Tie­fen mehr zu durch­le­ben hät­test. Diese kom­men sehr wohl noch vor, nur ist da kein Ego mehr, wel­ches dar­aus „Pro­bleme“ macht!

Außer­dem herrscht in der Welt des Men­schen der­zeit noch ein enor­mer Über­hang an Nega­ti­vi­tät und die Zeit ist nun mehr als reif, hier einen natür­li­chen Aus­gleich zu schaf­fen, indem wir nicht not­ge­drun­ge­ner­ma­ßen nur noch „posi­tiv“ Den­ken und Han­deln – da man gemäß dem Yin-Yang-Prinzip das Gute nicht ohne dem Schlech­ten haben kann – son­dern ein­fach die Nega­ti­vi­tät in unse­rer Erfah­rungs­welt (innen wie außen) als gege­ben anneh­men und zulas­sen – denn so wer­den beide Pola­ri­tä­ten in uns “wie­der ver­bun­den” – nur so wer­den wir wie­der EINS!

Wir ver­su­chen daher nicht, krampf­haft “gut” zu sein, und wir kämp­fen auch nicht gegen das Nega­tive, weil wir erken­nen, dass es als Gegen­pol zum Posi­ti­ven für unsere phy­si­sche ERFAHRUNGSWELT essen­zi­ell ist!

Dem LEBEN geht es ausch­ließ­lich um “ERFAHRUNGEN”, die von uns nicht im Sinne von “gut” oder “böse” bewer­tet wer­den soll­ten. Denn jede Erfah­rung ist aus höhe­rer Sicht gut und wert­voll, egal ob posi­tiv oder nega­tiv – aus einer jeden zie­hen wir unsere LEHRE!

Erfah­run­gen sol­len uns vor allem leh­ren, dass Gedan­ken schöp­fe­risch sind sowie ange­nehme (posi­tive) oder unan­ge­nehme (nega­tive) Kon­se­quen­zen nach sich zie­hen kön­nen und von uns des­halb bewusst und weise ein­ge­setzt wer­den sollten!

Die Erfah­rung soll uns des Wei­te­ren leh­ren, dass im Posi­ti­ven bereits das Nega­tive und im Nega­ti­ven bereits das Posi­tive ent­hal­ten ist. D. h., was mir heute Freude bescherrt, kann mir mor­gen schon Kum­mer und Leid berei­ten, und umge­kehrt (Yin-Yang-Prinzip)!

Dem­nach ist auch im Leid und im Schmerz die erlö­sende Gnade der Freude und des Glücks bereits als Keim­ling ange­legt. Die gött­li­che Gnade beginnt aber erst aus­zu­trei­ben, wenn man sich sei­nem leid­vol­len Schick­sal bereit­wil­lig hin­gibt. Solange man dage­gen ankämpft, sorgt man nur dafür, dass Leid und Schmerz auf­recht­er­hal­ten, oder gar noch ver­stärkt werden!

Aber was bedeu­tet Hin­gabe eigent­lich? Hin­gabe hat doch etwas mit Auf­ge­ben zu tun, oder nicht?

Nein – Resi­gna­tion oder Selbst­mord hät­ten etwas mit Auf­ge­ben zu tun. Hin­gabe jedoch steht syn­onym für tota­les Anneh­men! Und tota­les Anneh­men bedeu­tet inner­lich die gegen­wär­tige Lebens­si­tua­tion, die per­sön­li­che Lebens­ge­schichte und die Unge­wiss­heit bezüg­lich der per­sön­li­chen Zukunft voll und ganz zu akzep­tie­ren. Und die­ses Akzep­tie­ren geschieht nicht nur auf men­ta­ler, son­dern vor allem auch auf EMOTIONALER EBENE!

 

SCHMERZFÜHLUNG

Indem Du Dei­nem Schmerz ins Ant­litz schaust, kannst Du die­sen nicht nur lin­dern, son­dern schritt­weise voll­stän­dig trans­for­mie­ren und dabei zum Brenn­stoff Dei­nes Bewusst­seins­feu­ers wer­den lassen!

See­li­scher Schmerz, durch wel­chen Trig­ger und in wel­cher Form er auch aus­ge­löst wor­den sein mag, ist in den meis­ten Fäl­len ein kumu­lier­ter und damit ALTER SCHMERZ! Die­ser hat eine starke kör­per­li­che Kom­po­nente, sodass Du ihn, wenn Du in den Kör­per hin­ein­fühlst, leicht loka­li­sie­ren kannst. Der Schmerz liegt dabei oft in unter­schied­li­chen Schwe­re­gra­den vor. Manch­mal ist es bloß ein Gefühl INNEREN WIDERSTANDES. Inne­rer Wider­stand ist eine Art Vor­sta­dium von Schmerz, der sich jedoch recht schnell zu gro­ßem Schmerz aus­deh­nen kann, wenn Du ihn unbe­ob­ach­tet lässt – dazu aber im Anschluss gleich … (mehr)!


INNEREN WIDERSTAND AUFLÖSEN

Auch dem bereits erwähn­ten INNEREN WIDERSTAND ist in die­sem Kapi­tel eine eigene Über­schrift zu wid­men. Er ist in all sei­nen Erschei­nungs­for­men, ob klein oder groß, ob kurz anhal­tend oder chro­nisch, oft ein Weg­be­rei­ter für unsäg­li­ches psy­chi­sches Leid!

Im INNEREN WIDERSTAND spie­gelt sich das Ego beson­ders deut­lich wider, denn Wider­stand gegen etwas zu leis­ten, bedeu­tet im enge­ren Sinne „Ableh­nung“ und „Tren­nung“, und dies ist die Exis­tenz­ba­sis des Ego, um sein sepa­ra­tes, abge­kap­sel­tes Dasein zu sichern.

Inne­rer Wider­stand kann sich dabei gegen eine ver­gan­gene, gegen­wär­tige oder zukünf­tige Situa­tion, gegen eine Per­son im Außen, oder aber auch gegen bestimmte innere Zustände, die man nicht erle­ben will, richten.

Seine Ent­ste­hung kann durch das KÖRPERFÜHLEN recht deut­lich in uns wahr­ge­nom­men wer­den: Lebens­en­er­gie ver­dich­tet sich oft schlag­ar­tig zu einem unan­ge­neh­men Ener­gie­knäuel, der den Ener­gie­kreis­lauf durch Kon­trak­tion ent­spre­chen­der Ener­gie­zen­tren zu blo­ckie­ren beginnt. Sol­che Ener­gie­kon­trak­tio­nen las­sen sich … (mehr).

 

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